SecArt

Kunst und Gebrauchtes passen verblüffend gut und vielseitig zusammen. Wir beweisen es hier.

Recycling Kunstpreis Herford

Der verborgene Sinn weggeworfener Dinge
"Ich sah nämlich den Grund nicht ein, weshalb man die alten Fahrscheine, angespülten Hölzer, Garderobennummern, Drähte und Radteile, Knöpfe und altes Gerümpel nicht ebenso gut als Material für Gemälde verwenden sollte wie die von Fabriken hergestellte Farbe."
So schrieb 1927 der legendäre Dada-Künstler Kurt Schwitters.
Für ihn war die Verwendung derlei kunstfremden Materials für Kunst sowohl eine soziale Anschauung als auch ein künstlerisches Vergnügen.

Dieses schöne Zitat taugte geradezu als Motto des Recycling Kunstpreises, den auszuloben die Herforder Bildhauerin Susanne Albrecht 1999 dem Arbeitskreis Recycling vorgeschlagen hatte. Eine Idee, die auf einhelligen Zuspruch stieß, hat sie doch unmittelbar mit dem zu tun, was Aufgabe der RecyclingBörse ist: die Sammlung und Wiederverwertung von gebrauchten Dingen aller Art.

Der 4. RKP wird voraussichtlich Herbst 2005 verliehen.

www.recyclingboerse.org/boerse/kunst.html

Melanie Bartholme
Ton und Metall

"Es gibt nicht Altes, Kaputtes, Unbrauchbares."

Materialhaftigkeit und Struktur - aus diesen Grundkomponenten entwickelt Melanie Bartholme ihre Werke.

"Ich muss Teile aneinander setzen können, verbinde alte Dinge und Struktur. Dinge - das kann ein Stück Trosse eines Schiffes sein, ein Metallteil oder ein Kuhhorn."

Sein und Struktur entspricht dem Zyklus des Lebens: Unser Geschichte beginnt nicht bei der Geburt; Eigenschaften entwickeln sich über mehrere Leben hinweg, werden transportiert und verändern sich. Erst durch den Prozess entsteht Struktur. Materialhaftigkeit und Struktur bedingen sich gegenseitig, das eine beinhaltet das jeweils andere.

Erde – und Ton ist nur eine besondere Spielart von Erde - entspricht diesem Zyklus des Wandels und Seins. Ton ist geschmeidig und stabil zugleich, ist flexibel, macht alles möglich, setzt aber auch Grenzen. Größe wird nur durch die Zuhilfenahme von Eisenstäben möglich. Die Verbindung von beidem ist wichtig.

"Ich stelle die scheinbar nutzlosen, kaputten Dinge aus der Vergangenheit in den Vordergrund und erhöhe sie dadurch. Indem ich sie mit Keramik verbinde, setze ich sie in einen neuen Zusammenhang und platziere sie neu."

www.kunstforum.at/melanie.bartholme